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Sonntag, 4. Juni 2017, 08:52

Petition gegen die Abschiebung der 14-jährigen Bivsi Rana und ihrer Familie

In diesem Teil des Forums soll es um die ernsten Dinge des Lebens gehen. Mein heutiges Anliegen ist wirklich ernst. Vor einigen Tagen bin ich über einen Zeitungsartikel auf das Schicksal der 14-jährigen Bivsi Rana und ihrer Familie aus Duisburg aufmerksam geworden. Die Eltern sind im Jahr 1998 aus Nepal nach Deutschland geflohen und haben hier Asyl beantragt. Bis zur abschließenden und letztlich negativen Entscheidung über ihr Asylgesuch ist sehr viel Zeit vergangen. Die Eltern haben alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft. 2002 kam in Deutschland ihre Tochter Rana zur Welt, die bis vor kurzem in eine Duisburger Schule ging, perfekt Deutsch spricht und ein in Deutschland geborenes deutsches Kind mit nepalesischen Eltern ist. Leider ist sie nicht im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Am Montag holte die Ausländerbehörde das Mädchen vor den verstörten Augen ihrer Mitschüler und Freunde aus dem Klassenraum heraus und schob sie zusammen mit ihren Eltern ab. Bivis spricht nicht annähernd so gut nepaleisch wie deutsch und ist jetzt mit ihren Eltern in einem für sie fremden Land. Der ältere Bruder, der in Osnabrück studiert, darf in Deutschland bleiben. Die Eltern waren zudem hier sehr gut integriert, der Vater ist seit Jahren einer geregelten Beschäftigung nachgegangen.

Wirklich berührt hat mich ein Skype-Interview, das die WDR Lokalzeit aus Duisburg mit Bivsi geführt hat: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendu…sburg-1230.html

Auf Facebook hat sich einer der Lehrer Bivsis, Sascha Thammel, zu Wort gemeldet und sich mit starken Worten für sie eingesetzt: https://www.facebook.com/sascha.thamm.52…513900485351651. Unter den Kommentatoren ist auch der langjährige Zahnarzt Bivisi sowie eine Bundestagsabgeordnete, die den Fall in Berlin zur Sprache bringen will.

Rechtlich mag das alles in Ordnung sein, was passiert ist. Aber es zeugt in meinen Augen nicht gerade von Weitsicht und Fingerspitzengefühl, hier mit aller Härte gegen die Familie und insbesondere die Tochter vorzugehen. Selbst die Härtefalllkommission des Landes NRW hat negativ über einen Antrag entschieden. Nun ist eine Petition gestartet worden, die das Ziel verfolgt, dass Bivsi zurück in ihre Heimat kommen kann. Hoffentlich gelingt es im Wege der Petition, etwas zu bewegen.

https://www.openpetition.de/petition/onl…ach-deutschland

Ich würde mich freuen, wenn viele hier aus dem Forum die Petition unterzeichnen und weiterverbreiten.


Weitere Informationen zu dem Fall:
https://www.derwesten.de/staedte/duisbur…d210774005.html

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duis…d-aid-1.6857638

http://www.focus.de/politik/deutschland/…id_7204203.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/…id_7206208.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/…id_7206524.html

http://www.wz.de/home/panorama/maedchen-…hoben-1.2447467

https://www.welt.de/politik/deutschland/…le-geliebt.html

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joe« (5. Juni 2017, 07:58)


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Montag, 5. Juni 2017, 02:01

Ich würde mich freuen, wenn viele hier aus dem Forum die Petition unterzeichnen

Done. Und danke für den Hinweis.
Gruß, Michael

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Montag, 5. Juni 2017, 06:37

Ich würde mich freuen, wenn viele hier aus dem Forum die Petition unterzeichnen

Done. Und danke für den Hinweis.


also done

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Montag, 5. Juni 2017, 09:11

Das ist wirklich ein interessanter Post, den Du da gemacht hast!

Leider zeigt dieses Beispiel genau auf, was in der deutschen Asylpolitik schief läuft.
1. Dauert es viel zu lange, bis endgültige Entscheidungen getroffen werden und 2. werden dies dann viel zu spät auch umgesetzt.
Soweit wie ich den Sachverhalt verstehe, hätten die Eltern Deutschland schon vor der Geburt Ihrer Tochter wieder verlassen müssen. Das jetzt so viel Zeit vergangen ist, ist wirklich eine Schande und für das Mädchen tut es mir auch wirklich unendlich leid, da Sie hier verwurzelt ist. Aber geltendes Recht ist nunmal geltendes Recht. An dieser Stelle hat einfach mal wieder der Staat versagt. Entweder schiebt man bei negativen Asylanträgen auch konsequeng ab, oder man kann gleich positiv votieren, aber dieser Scheiß schafft nur unnötig traurige Schicksale wie das von Bivsi.

Wie bereits ausgangs erwähnt: Toller Beitrag Joe!

5

Montag, 5. Juni 2017, 21:40

Dieser Fall zeigt vor allem auf, dass die deutsche Einwanderungspolitik eine Vollkatastrophe ist.

Bivsis Vater arbeitet seit 17 Jahren in Deutschland, zahlt Steuern, hat eine Tochter großgezogen und verhält sich - das AsylVG vielleicht einmal ausgeklammert - gesetzeskonform. Dem muss man eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis geben statt sich hinter dem Asylverfahren zu verstecken, um "Stärke" zu demonstrieren. Wäre dem Mann die Möglichkeit gegeben worden, legal einzuwandern, hätte man sich den ganzen Asylzirkus sparen können.

@Joe: done.

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Dienstag, 6. Juni 2017, 10:24

Vorweg, das Mädchen tut mir Leid ! Aber ob man hier dem Staat/Politker einen Vorwurf machen kann , weiß ich nicht.
Fakt ist es wohl das der erste Asylantrag , wohl schon vor 15j. abgelehnt worden ist ! Danach ging dieser Ablehnungsbescheid durch alle Instanzen !
Was sich bei unseren Gerichts überlastungen in die länge gezogen hat. Ca. 1 Jahr nach diesem Ablehnungsbescheid wurde das Kind geboren ! Die Eltern wußten, das es eventuell keine Zukunft hier in Deutschland hat ! Was ich persöhnlich für nicht sehr verantwortungsvoll halte! Die Aufenhaltsgenemigungen wurden immer Verlängert weil es halt ein schwebendes Verfahren gab. Bis halt diese Aufenhaltsgenemigung im Jahr 2013 auslief ! Danach wurde die Härtefallkomession angerufen, die sich auch da gegen aussprach. Die Familie hat alle ihre rechtlichen mittel ausgeschöpft und verloren, einen Moralischen Vorwurf muß man auch den Eltern machen, ihre Tochter
in so eine Lage zu bringen ! Deutschland ist nun mal ein Recht Staat in dem auch Asyl suchende eine einen Ablehnungsbescheid anfechten können, das dieses nun 17j. gedauert hat , ist traurig . Es ist gut das es sowas bei uns gibt,aber man muß als Asyl suchender damit rechnen, das ich das Land auch bei negativen Bescheid wieder verlassen muß!
Fazit für mich:
Nach dem der erste Antrag schon vor 15j. abgelehnt worden ist, und nur die Aufenhaltsgenemigungen durch schwebende Verfahren zustande kamen, wobei diese immer verloren gingen,war die Abschiebung die logische Konsequenz. Die mitabschiebung der Tochter nahmen die Eltern dabei in kauf. Deshalb habe ich nach längeren Überlegen die Pedition nicht unterschrieben!
Wie schon gesagt, das Mädchen tut mir Leid, eine moralischen Vorwurf mache ich den Eltern.
Der Staat hat das gemacht, wofür unsere Demokratie steht, nämlich Recht gesprochen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tabaluga501« (6. Juni 2017, 10:32)


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Dienstag, 6. Juni 2017, 10:43

Dieser Fall zeigt vor allem auf, dass die deutsche Einwanderungspolitik eine Vollkatastrophe ist.

Bivsis Vater arbeitet seit 17 Jahren in Deutschland, zahlt Steuern, hat eine Tochter großgezogen und verhält sich - das AsylVG vielleicht einmal ausgeklammert - gesetzeskonform. Dem muss man eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis geben statt sich hinter dem Asylverfahren zu verstecken, um "Stärke" zu demonstrieren. Wäre dem Mann die Möglichkeit gegeben worden, legal einzuwandern, hätte man sich den ganzen Asylzirkus sparen können.

@Joe: done.
Es gibt in Deutschland keine Einwanderungspolitik, da wir kein Einwanderungsgesetz haben !!!
Hier in Deutschland haben wir aber ein Asylgesetz !

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Dienstag, 6. Juni 2017, 12:03

Es gibt in Deutschland keine Einwanderungspolitik, da wir kein Einwanderungsgesetz haben !!!

Genau das meint @Smicek ja (unterstelle ich mal).
Recht hin, Recht her, diese Abschiebung ist unsäglich.

Wenn man dagegen sieht, wer sich hier alles aufhält (teils legal, teils illegal) und eigene Rechtsnormen fordert und lebt, die mit den unseren in keiner Weise zu vereinbaren sind, dann läuft hier gewaltig was schief.
Gruß, Michael

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Dienstag, 6. Juni 2017, 12:04

Du unterstellst richtig.

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Dienstag, 13. Juni 2017, 11:24

Etwa 1000 Menschen, darunter viele Schülerinnen und Schüler, haben in Duisburg für eine Rückkehr von Bivsi nach Deutschland demonstriert.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duis…n-aid-1.6879581

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Mittwoch, 26. Juli 2017, 17:30

Kam hier gerade per E-Mail rein, ist aber auch => online auf openpetition.de nachzulesen:

Zitat

Betreff: Petition hat zum Erfolg beigetragen

Bivsi darf zurück kommen! Auswärtiges Amt hat Visa ausgestellt

Liebe Unterstützende,

es gibt die besten Neuigkeiten, die man Euch überbringen kann:

Bivsi UND ihre Eltern dürfen zurück nach Duisburg. Das Auswärtige Amt hat entschieden und die Deutsche Botschaft stellt allen drei Familienmitgliedern ein Einreisevisum nach Deutschland aus.

Dass das so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Sicherlich wäre es ohne die Unterstützung von Euch, den Medien, Bivsis Schule, der Stadt Duisburg und des nordrhein-westfälischen Landtages nicht möglich gewesen, die Abschiebung rückgängig zu machen.

Jetzt ist das Unerwartete passiert und Bivsi wird bald schon wieder hier zur Schule gehen und danach nach Hause zu ihren Eltern.

Die Petition hat gezeigt, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann, als viele denken, wenn sie alleine sind.

Vielen Dank, die Petition war für mich eine spannende Erfahrung. Ich möchte mich auch bei der Redaktion von openPetition für den Support bedanken und mich hier für diese Petition von ProAsyl stark machen, die sich dafür einsetzt, dass auch syrische Familien, die durch die Flucht getrennt wurden, zusammengehören. Zur Petition: https://www.proasyl.de/thema/familiennachzug/

Bivsi und ihre Eltern kommen vielleicht schon morgen Nachmittag in Duisburg an. Wir freuen uns schon sehr!!!

LG,

Ronja.

Erfreuliche Nachricht. Den Bezug zur Zusammenführung syrischer Familien finde ich allerdings eher unpassend, völlig anderes Thema.
Gruß, Michael

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Smicek (26.07.2017)